Sonntag, 2. November 2014

Novembergedanken

Der Oktober ist nun vorbei und jetzt haben wir diesen grausigen November. Viele Menschen denen ich begegne fürchten sich vor diesem Monat. Es soll der Monat mit den meisten Depressionen und ihren Folgen sein.
Mein November begann am Freiteg dem 31.10.2014 genau zu Samhain. Es ist ein Ahnenfest und der Beginn des neuen Jahreskreises.
Besonders am Herzen lag mir mein Großvater. Ich habe dieses Jahr ein Bild bekommen was mich erschüttert hat.
Es zeigt ihn in den 30iger Jahren kurz vor Kiegsbeginn. Erschüttert war ich deshalb, weil es nicht so aussieht wie aus dieser Zeit. Ich sehe hier meinen Großvater voller Zukunftspläne sitzen, vlt. nicht ganz glücklich aber voller Zuversicht. Mit auf dem Bild ist meine Großmutter, meine Tante die ich nicht kennenlernen durfte. Sie wurde kurz vor Kriegende eingezogen als Flackhelferin und starb bei einem Angriff. Mein Onkel der 79 Jahre alt wurde und schon 4 Jahre tot ist. Es folgten noch 3 Jungs. Als er nach dem Krieg wieder kam aus Frankreich hatte er 4 Halbwüchsige Jungs zu Hause. Fremde die ihn nicht akzeptierten. Damals gab es keine psychologische Betreuung weder für die Frauen die einen Fremden wiederbekamen noch für Kinder.
Diesen Menschen wurde das Leben gestohlen. Ich kannte ihn als Opa der keine große Nähe zugelassen hat.
Nun ja deshalb hat mich genau diese Bild erschüttert.
Ich zündete eine Kerze an und mußte an Ihn denken.

Samhain ist für mich auch der Beginn der dunklen Jahreszeit. Ich freue mich auf das Drinnensein, das beschäftigen mit meiner Familie, am Kamin zu sitzen, zu Spinnen, zu lesen, zu Weben. Es gehört dazu. Die Natur ruht, alles steht still, das Wetter schlägt um es wird kälter und vielleicht  haben wir dieses Jahr Schnee und Frost. Alles gehört zusammen, ohne diese Ruhephasen gibt es keine neue Kraft.

Also hadert nicht mit dem November, geht auch bei schlechtem Wetter mal raus, die Natur ist wunderbar. Wir waren am Freitag noch die letzte Motorradtour fahren. Jetzt steht es in der Garage und wartet auf den Frühling.
Gestern habe ich bei 17 Grad den Garten noch etwas in Ordnung gebracht, die Rosen stehen noch in voller Blüte. Heute waren wir dann bei 19 Grad 17km wandern. Wir haben uns einen Rundwanderweg ausgesucht und die Natur genossen. Sonne im Gesicht gespürt und gelächelt.
Schön war es.

So und nun widme ich mich meinen Litzen wieder.




Kommentare:

  1. Liebe Bianca,
    ich mag den November.
    Für mich gehört es einfach zum Jahreskreis dazu, dass es eine Zeit gibt, in der sich die Natur (und ich) zurückzieht, Pause macht, rastet.
    Dass wir auch hier das erste Novemberwochenende mit strahlendem Sonnenschein genießen durften, stört mich aber auch nicht! ;)

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    1. Die Sonne war toll am WE und ist es immer noch heute. Ich muß nur mit dem Weihnachtsschaufenstern beginnen. Will ja als Einzelhändler noch etwas verkaufen. Es findet sich allerdings keiner der mir heute Weihnachtslieder singen mag. (lach)

      LG Bärbel

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    2. Liebe Bärbel natürlich - entschuldige, gerade erst hab ih meinen Namensdreher gesehen! (upsi!)

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    3. Macht nicht´s, hab schon gewußt das du mich meinst.

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  2. Hallo Bärbel,
    bin zufällig über ADoRa hier gelandet. Sehr interessante Gedanken über Deinen Großvater. Ich stöbere auch derzeit etwas in den früheren Zeiten meiner Familie. Manche Menschen lernt man so von einer ganz anderen Seite kennen... Den November mag ich. Es gibt bestimmte Musik, die ich nur dann höre. Und die Dunkelheit bietet so schöne Entspannungs- und Besinnungsmomente.
    Du beschäftigst Dich mit schönen Handarbeiten, ach wenn ich nur mehr Zeit hätte... Immerhin, gesponnen habe ich früher auch, das Spinnrad steht noch da. Wenigstens die Strick- und Häkelnadeln sind noch im Einsatz ;-)
    Liebe Grüße
    Elke

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  3. Hallo Elke und herzlich willkommen auf meinem Blog.
    Spinnen verlernt man nicht und gerade im Winter ist das toll. Selbst 15 min am Rad sind Entschleunigung und Entspannung pur.
    Ja manchmal würde ich gerne meine Vorfahren kennenlernen oder zumindest wissen wollen wo sie mal herkamen. Ich weiß zumindest schon das die Urgroßeltern meines Großvater´s Leinenweber waren und aus Österreich stammten. Da brauch ich mich nun nicht wundern das ich unbedingt einen Wbstuhl wollte.
    Vlt. schaust du öfter mal bei mir rein.

    Liebe Grüße von

    Bärbel

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  4. Liebe Bärbel,
    gerade habe ich deinen Blog und diesen wunderschönen und persönlichen Post entdeckt. Ich selbst habe meine Großeltern auch nicht wirklich gekannt, deshalb spüre ich diesen Post so genau.
    Der November hat zum Glück sehr freundlich begonnen und somit einen wirklich schönen Herbst bisher genießen könne. Nun ist es an der Zeit wo die Natur zur Ruhe kommen muss und so muss es nun mal sein, denn immerhin wollen wir uns an den Blümchen usw. das nächste Jahr erfreuen und nicht an einer Insektenplage ;-)
    Liebe Grüße und sicher bis bald - Stine -

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    1. Schön das Du meinen Blog gefunden hast. Gibt es doch noch Menschen die den November auch mögen. Das freut mich.

      LG Bärbel

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  5. In den Ferien, als meine Enkelin da war, haben wir auch von der damaligen Zeit geredet und die Alben hervor gesucht. Schade ist, dass ich viele der dort eingeklebten Personen gar nicht kenne und durch den Krieg einige verschollen sind. Der November mit seinem doch mitunter trüben Wetter gehört zum Jahreslauf dazu. Ich neige nur manchmal bei solchen Wetterschwankungen dazu, dass ich viel tun möchte, jedoch nicht weiß, wo ich anfangen soll- Meinen Webrahmen hab ich 2x bespannt und wieder abgeschnitten- ich und die fäden- lach- nun hab ich ihn zusammengeklappt- das erste Mal, seid ich ihn habe.......Ich freu mich für dich , dass du mit deinen Litzen soviel Ausdauer hast. Ich freu mich am schönen Wetter undspeichere es im Kopf ab

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