Dienstag, 18. Oktober 2011

Textilmuseum Crimmitschau

Da war ich am Sa. weil unsere Zeitung meinte das dort Tag der offenen Tür ist und auch eine Spinngruppe sitz und ein Handwebstuhl usw. da ist.  Leider war diese Veranstaltung erst am So.
Das Museum hatte trotzdem geöffnet und da hab ich spontan die Führung mitgemacht.
Das war sehr interessant. Die haben von der Rohwolle mischen (aus Schafwolle, Polyester und einer Faser aus der Holzindustrie) bis zum fertigen Stoff alles gemacht. Das wußte ich so gar nicht. Sachsen und die Region um Crimmitschau ist ja bekannt für Textilverarbeitung. Nach dem Mischen der Wolle immer 100kg pro Portion wurde das ganze gewolft. Also durch eine riesige Zupfmaschine geschickt, mind. 3x. Dann wurde es Kardiert also gekämmt und in Vorgarn geteilt. Diese war noch ganz locker und kam dann in die Spinnerei. Riesige alte Spinnmaschienen die drehten einen Faden. Dann ging es in die Zwirnenrei und die Spulerei für die Weberei. Im großen Websaal standen ziemlich viele Webstühle. Einen hat sie vorgeführt. Da hat der Fußboden gewackelt und das war vlt. ein Krach. Wenn man bedenkt das alle Stühle gearbeitet haben und bis in die 50iger Jahre auch noch über Transmission über eine Dampfmaschine angetrieben wurden. Was für eine schwere Arbeit. Die Stoffe wurden noch gewalkt in Maschinen die um 1900 gebaut wurden. Dann ev. gefärbt, gewaschen und aufgeraut zu Mantelstoffen oder Kleiderstoffen.
Der gesamte Maschienenpark stammte aus den 30iger bis 50iger Jahren und bis 1990 wurde produziert auf Leistung. Es war sehr beeindruckend und es war wirklich eine sehr schwere Arbeit für alle.

Hut ab vor den Frauen und Männern die bis zur Wende teilweise im Schichtsystem in den Textilfabriken gearbeitet haben.

Kommentare:

  1. Hört sich an, als sei die Führung sehr interessant gewesen, da hat sich die Anfahrt ja doch gelohnt :-)

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  2. Ja das hat sie. War wirklich toll und nett erklärt von der Frau. Ich glaube sie hat auch mal da gearbeitet. Der verein der das Museum betreibt bestückt gerade die Webstühle neu und nächstes Jahr wollen sie dann auch den Trockenofen zu einer besonderen Führung zeigen. Alle arbeiten ehrenamtlich und sind sehr engagiert.

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